Salzburger Landwehr
Die Salzburger Landwehr - Gebirgsbataillon des Herzogtums Salzburg
Die Salzburger Landwehr entstand bereits in den 1790er-Jahren als städtische Miliz. Ihre Aufgabe war die Verteidigung des Landes, insbesondere gegen den Expansionsdruck des benachbarten Königreichs Bayern. Sie stellte eine wichtige territoriale Schutztruppe in einer politisch unruhigen Zeit dar.
Nach der Säkularisation des Erzstifts Salzburg im Jahr 1803 und den wechselnden Herrschaftsverhältnissen – österreichische Verwaltung, kurze bayerische Besatzung 1805/06 und erneute österreichische Kontrolle – wurde die Landwehr neu organisiert. Mit Armeebefehl vom 16. Februar 1809 erfolgte ihr offizieller Einsatz im Rahmen der österreichischen Armee.
Organisation
Die Salzburger Landwehr bestand aus vier Bataillonen mit einer Sollstärke von jeweils 800 bis 1.200 Mann.
Jedes Bataillon war in mehrere Kompanien, diese wiederum in Züge und Korporalschaften gegliedert, die meist nach Herkunftsgemeinden zusammengestellt wurden. Die Landwehr war damit eng in der lokalen Bevölkerung verwurzelt.
Uniformierung
Vorschriftsmäßig trugen die Wehrmänner grüne Uniformjacken mit goldgelben Aufschlägen, weiße Hosen und schwarze Gamaschen. In der Praxis war diese Ausstattung jedoch häufig unvollständig. Vor allem außerhalb der Stadtkompanien wurde vielfach grauer Loden getragen.
Das vierte Bataillon aus dem Pinzgau, Zillertal und Brixental hob sich durch braune Jacken mit goldgelben Aufschlägen ab.
Einsatz im Gebirge
Spezielle „Gebirgsbataillone“ im modernen Sinne existierten 1806 noch nicht. Dennoch war die Salzburger Landwehr aufgrund ihrer Herkunft und Ortskenntnis für den Einsatz im alpinen Gelände besonders geeignet.
Das vierte Bataillon (Mittersill) wurde zeitgenössisch häufig als „Gebirgsbataillon“ bezeichnet.
Gliederung 1806/1809
Kommandeur der Landwehr: Graf Saurau
Unterstellung: Brigade Legisfeld
- Bataillon Stadt Salzburg
- Bataillon Laufen
- Bataillon Radstadt
- Bataillon Mittersill (Gebirgsbataillon)
Mehrere Bataillone wurden nach den Kämpfen von 1809 aufgelöst, die verbliebenen Mannschaften in anderen Verbänden zusammengefasst.