Infanterie Regiment Nr. 19 - Prinz von Oranien

Infanterie-Regiment Nr. 19 - Prinz von Oranien – 1806

Das spätere Infanterie-Regiment Nr. 19 wurde im Februar 1702 aus Abgaben zahlreicher Regimenter, Garnisonen und Freikompanien errichtet. Auftraggeber war Markgraf Albrecht von Brandenburg-Schwedt, dessen Familie das Regiment über Jahrzehnte eng prägte.

Seit 1740 gehörte das Regiment zur Berliner Garnison. Die inländische Mannschaft wurde im Kantonsystem aus den brandenburgischen Kernlanden rekrutiert, darunter aus den Kreisen Königsberg/Neumark, Soldin, Arnswalde, Friedeberg, Dramburg und Sternberg sowie aus zahlreichen Städten wie Küstrin, Berlin, Soldin, Mohrin, Driesen und Treuenbrietzen.

Über nahezu 60 Jahre war das Regiment Hausregiment der Markgrafen von Brandenburg-Schwedt und genoss dadurch einen privilegierten Status. Es galt als besonders gut ausgestattet und stellte aufgrund seiner Größe und Disziplin einen Eliteverband der preußischen Infanterie dar.

Einsätze im 18. Jahrhundert

Das Regiment nahm an nahezu allen großen Kriegen Preußens teil und erlitt wiederholt schwere Verluste.
Im Ersten Schlesischen Krieg kämpfte es 1741 beim Sturm auf Glogau und bei Mollwitz, im Zweiten Schlesischen Krieg 1745 bei Hohenfriedberg und Soor.

Im Siebenjährigen Krieg wurde es 1757 nach Prag und Roßbach in der Schlacht bei Leuthen eingesetzt, wo es nahezu aufgerieben wurde. Es folgten verlustreiche Einsätze bei Hochkirch (1758), Kunersdorf (1759) sowie Dresden, Torgau (1760) und Burkersdorf (1762).

Das Regiment unter dem Prinzen von Oranien

Am 17. Februar 1806 erhielt das Regiment seinen letzten Chef, Prinz Wilhelm von Oranien-Nassau. Er war der Sohn des letzten Statthalters der niederländischen Generalstaaten und Schwager des späteren preußischen Königs Friedrich Wilhelm III.

Wilhelm hatte von 1793 bis 1795 niederländische Truppen gegen die französischen Revolutionsarmeen geführt, war seit 1798 preußischer Generalleutnant und befehligte 1806 bei Auerstedt eine Division. 1814 wurde er als Wilhelm I. erster König der Vereinigten Niederlande.

Gliederung 1806

Im Jahr 1806 bestand das Regiment aus:

  • zwei Feldbataillonen, jeweils mit einer Grenadier- und fünf Musketier-Kompanien,
  • einem Depot-Bataillon mit vier Musketier-Kompanien.

Die Grenadier-Kompanien waren ausgegliedert und bildeten gemeinsam mit den Grenadieren des Regiments Nr. 25 das Grenadier-Bataillon 19/25 „Knebel“.
Jedes Feldbataillon führte zwei 6-Pfünder, das Depot-Bataillon zwei 3-Pfünder als Regimentsartillerie. Der Standort des Regiments war die Festung Magdeburg.

Untergang 1806

Während des Krieges gegen Frankreich bildete das Regiment einen Teil der Besatzung der Festung Hameln, fernab der Hauptkämpfe in Thüringen. Trotz des Widerstands von Offizieren und Mannschaften kapitulierte die Festung kampflos am 22. November 1806 vor schwachen französischen Kräften. Mit der Kapitulation wurde das Regiment aufgelöst.

Uniform um 1806

Die Mannschaften trugen einen schwarzen Zweispitz aus Filz mit weißer Borte sowie weiß-orangenen Quatsen.
Der dunkelblaue Uniformrock war seit 1802 bis zur Taille geschlossen. Kragen, Rabatten und Aufschläge waren in hellziegelrot gehalten und mit weißen Wollborten versehen. Die Schoßumschläge waren rot.

Eine einzelne hellrote Achselklappe befand sich auf der linken Schulter. Unter den Rabatten war eine angenähte „falsche Weste“ angebracht. Dazu kamen rote Halsbindenweiße Kniehosen und schwarze Gamaschen bis unter das Knie. Das Knopfmetall war weiß.

Die Ausrüstung bestand aus einer schwarzen Patronentasche mit Messingbeschlägen, weißem Lederbandelier und Säbelkoppel, das unter dem Rock getragen wurde. Die Kompanietroddeln unterschieden sich nach Dienstalter; die Leibkompanie führte eine weiße Troddel.

---------------------------------------------------------------------------------------

Besonderen Dank gilt hier Peter Bunke für seine Vorarbeit und Research und natürlich die Gruppe um Jena 1806 e.V.